Mit zunächst fünf Kommanditisten und Kommanditeinlagen i. H. von 1,152 Mio. € wird die Bürger-Wald-Invest GmbH & Co.KG notariell beim Handelsregister Münster angemeldet. Die Eintragung erfolgt am 02.12. 2020.
Mit zunächst fünf Kommanditisten und Kommanditeinlagen i. H. von 1,152 Mio. € wird die Bürger-Wald-Invest GmbH & Co.KG notariell beim Handelsregister Münster angemeldet. Die Eintragung erfolgt am 02.12. 2020.
Die bürger:wald:invest GmbH & Co. KG verfolgt das Konzept eines überwiegend mit Eigenkapital finanzierten Sachwertinvestments in deutsche und kanadische Wälder, die nach ausgewiesenen ökologischen Kriterien nachhaltig bewirtschaftet und dauerhaft genutzt werden. Auf diese Weise wird ein sinnvoller und effektiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet und zugleich das Ziel verfolgt, das Kapital solide anzulegen und angemessen zu verzinsen. Die ökologischen Investitions- und Bewirtschaftungskriterien für seine Wälder wurden durch den Fachausschuss Ökologie der bürger:sinn:stiftung – beraten von namhaften Forstexperten – erarbeitet. Und sie sind in der Satzung der Investitionsgesellschaft fest verankert, so dass sie langfristig Bestand haben können. So zeigt bürger:wald:invest, wie Ökologie und Ökonomie auf eine neue Weise nachhaltig versöhnt werden.
Dem Wald eine Zukunft abzusprechen, bedeutet, sie uns selbst abzusprechen.
Wälder produzieren Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen. Sie stellen – neben Ozeanen und Mooren – eine der größten CO2-Senken des Planeten dar und sind damit unentbehrlich für den Klimaschutz. Aber die Wälder sind krank – die deutschen zumal. Kann man angesichts dieses Befundes überhaupt noch in Wald investieren? Man kann nicht nur, man muss es sogar, und zwar so, dass diese Investition zur Widerstandskraft unserer Wälder beiträgt.
Tatsächlich gibt es wunderschöne und gleichzeitig sehr rentable Wälder in Deutschland, die heute trotz aller Trockenjahre prächtig dastehen. An deren waldbaulichen Prinzipien orientiert sich der bürger:wald:invest.
Das Konzept des bürger:wald:invest sieht vor, dass verantwortungsbewusste Anleger in Wälder investieren, die auf der Grundlage von sorgsam begründeten ökologischen Prinzipien ausgewählt und mit waldbaulich nachhaltigen Methoden in sogenannte Dauerwälder überführt werden. Diese Wälder können einen effektiven Beitrag gegen den Klimawandel leisten, denn Dauerwälder sind resilient und binden weit mehr CO2 als die so weit verbreiteten forstindustriellen Monokulturen. Außerdem werden wichtige Funktionen des Waldes gestärkt, z.B. der Artenschutz, die Funktion des Waldes als Wasserspeicher und -filter, seine Funktion als Luftfilter und sein Erholungswert für Mensch und Tier. Das Konzept sieht vor, dass Anleger gleichzeitig an den Erträgen aus ökologisch nachhaltiger Forstwirtschaft und der künftigen Produktion von besonders hochwertigen CO2-Zertifikaten aus dem kanadischen Carbon-Projekt partizipieren.
»Das Holz muss geerntet werden als Frucht des Waldes, der Wald aber muß bleiben«
Alfred Möller
Vergleich von Monokultur gegenüber einem Dauer-Mischwald
Beispielaufnahmen von unterschiedlichen Standorten.
Verantwortung übernehmen – begründet handeln – Sinn stiften
Leitsatz der bürger:sinn:stiftung, betraut mit der ökologischen Fachaufsicht des bürger:wald:invest
Bis Dezember 2020 wurden zu sehr günstigen Konditionen 41 Waldflächen mit einem Gesamtareal von knapp 2.000 Hektar (20 km²) rund um Doaktown in New Brunswick, einer Provinz im Südosten Kanadas (Atlantik-Kanada) erworben. Im Dez. 2023 wurde zur Arrondierung des Bestandes eine weitere Fläche von knapp 30 ha in Northumberland erworben.
Die Flächen liegen am Miramichi-River und seinen Nebenflüssen, die zu den weltweit bekanntesten Lachsgewässern zählen. Die erworbenen Waldflächen verfügen über mehr als 5 km Uferflächen an diesen Flussläufen.
Etwa 60% des Kapitals werden in Atlantik-Kanada investiert, weil sich die dortigen, weltweit einmaligen akadischen Mischwälder zur Überführung in naturnah bewirtschaftete Wälder besonders gut eignen. Zudem kosten die kanadischen Wälder je Hektar lediglich 10 – 15 % der deutschen Flächen, weshalb ihre wirtschaftliche Rentabilität deutlich besser ist. Gleichwohl sollen rund 40% des Kapitals in deutsche Wälder investiert werden, denn der bürger:wald:invest soll die vielfältigen Vorzüge einer naturnahen Waldwirtschaft für die Menschen auch vor eigener Haustür erfahrbar werden lassen und einen Beitrag zur so wichtigen Rettung der deutschen Wälder leisten.
Nach einer Suche von mehr als 15 Monaten und der näheren Prüfung von mehr als 10 Angeboten zum Kauf eines deutschen Waldes wurde Anfang 2022 in Thüringen inmitten des beliebten Wandergebietes Naturpark Südharz ein schöner Buchenmischwald mit gutem Holzbestand und einer Fläche von 98,7 ha (Rotwild-Eigenjagd) gefunden, der sich nach dem Urteil von Berater Wilhelm Bode hervorragend zur Überführung in einen Dauerwald eignet.
Warum Dauerwald?
Die Dauerwaldmethode nach Prof. Alfred Möller betrachtet den Wald als Gegenstand der Bewirtschaftung. Er unterscheidet sich aber wesentlich von den Prinzipien der klassischen Forstwirtschaft. Denn der Dauerwald versucht das Ertragsziel nicht gegen die natürlichen Prinzipien der Waldentwicklung zu erreichen, sondern gerade indem er im Einklang mit diesen arbeitet. So werden in der Altersstruktur diversifizierte Mischwälder bevorzugt, wie sie in Mitteleuropa seit Jahrtausenden heimisch waren, und es wird auf die natürliche Verjüngung durch Mutterbäume, schonende Erntetechniken, hinreichende Totholzanteile im Wald und die Einrichtung von Schutzzonen für Pflanzen und Tiere gesetzt. Die selektive Holznutzung (Kahlschlagverbot) und der Schutz des Wasserhaushalts im Wald sind weitere zentrale Merkmale der Dauerwaldmethode.
Eine bedeutende Folge dieser naturnahen Bewirtschaftung ist die hohe Resilienz der Dauerwälder gegen jede Art von Kalamitäten, seien es Trockenheit und Borkenkäfer, Sturmschäden oder Feuer. Und nicht zuletzt entstehen so unvergleichlich schöne Mischwälder, die stets ein Mehrgenerationenhaus bilden, das die nachwachsenden Bäume im natürlichen Schutz der Elternbäume heranzieht.
Die Dauerwaldwirtschaft wird in Deutschland seit Jahrzehnten in zahlreichen privaten Forstbetrieben praktiziert; Wilhelm Bode schätzt ihre Zahl unter Einbeziehung traditioneller Plenterwälder auf rund 200. Unter den langjährig bewirtschafteten Beispielbetrieben finden sich zahlreiche größere Privatforste, darunter traditionell auch Betriebe adeliger Eigentümerfamilien. Für viele dieser Betriebe spielen neben ökologischen Zielen insbesondere wirtschaftliche Gesichtspunkte eine wichtige Rolle.
Für die wirtschaftliche Stabilität spricht insbesondere die höhere Resilienz strukturreicher, ungleichaltriger Wälder gegenüber bestimmten Störungen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen für solche Bewirtschaftungssysteme geringere Schäden beziehungsweise eine schnellere wirtschaftliche Erholung nach Störungen als bei vergleichbaren gleichaltrigen Systemen. Langjährig nach Dauerwaldprinzipien bewirtschaftete Einzelbetriebe berichten zudem über hohe Stammholzanteile und teilweise Waldreinerträge von mehreren hundert Euro je Hektar und Jahr. Ältere Betriebsauswertungen nennen für besonders erfolgreiche Dauerwaldbetriebe Größenordnungen von etwa 300 bis über 600 Euro je Hektar; diese Werte sind jedoch keine statistisch repräsentativen Durchschnittswerte aller Dauerwaldbetriebe.
Die Umsetzung des Konzepts in Deutschland und Kanada wird durch unsere Forstexperten vor Ort begleitet. Moderne Inventur- und Geodaten, darunter sogenannte LiDAR-Daten, unterstützen Planung und Kontrolle. Regelmäßige Inspektionen im Rahmen von Ortsterminen ergänzen das Controlling.
Die Karte zeigt exemplarisch das Erschließungskonzept eines unserer Grundstücke in Kanada. Durch den geplanten Abstand der Erschließungswege von 50 m statt 20 m beansprucht das Wegenetz bei gleicher Wegebreite weniger Waldfläche. Weitere Merkmale der bodenschonenden Anlage des Wegenetzes sind im nachstehenden Lageplan dargestellt.
Ursache der globalen Erwärmung sind insbesondere die CO₂-Emissionen, die zu ¾ aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas oder Kohle stammen. Ziel des weltweiten Klimaschutzes ist es darum, CO₂-Emissionen nach Möglichkeit zu vermeiden, zumindest aber zu reduzieren und die biogene Speicherung von CO₂ zu erhöhen.
Letzteres ist das Ziel der Kompensation des CO₂-Ausstoßes durch Waldzertifikate wie das Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikat. Denn Wälder sind als Sauerstoffproduzenten nicht nur die Lungen unseres Planeten, sondern zugleich eine CO₂-Senke: Sie können der Atmosphäre CO₂ entziehen. Damit sind sie ein wichtiges Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig bieten sie Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten (Schutz der Biodiversität). Und sie regulieren den Wasserhaushalt und fördern die Nährstoffkreisläufe. Sie produzieren gleichzeitig einen wichtigen nachwachsenden Rohstoff, das Holz. Das alles unterscheidet sie von anderen Formen der CO₂-Kompensation.
Bäume und speziell intakte Waldgesellschaften produzieren durch die Photosynthese aus CO₂ und Sonnenlicht Biomasse und Sauerstoff (O₂). Im Holz der Bäume und im Waldboden wird der Kohlenstoff (C) langfristig gebunden. Anhand des Holzvolumens eines Baumes und weiterer Größen kann man die oberirdisch gebundene CO₂-Menge berechnen, die er durch sein Wachstum der Atmosphäre entzogen hat und bei entsprechender Verwendung auch im verarbeiteten Holz langfristig speichern kann. Kalamitäten (Störfälle), wie Sturmschäden, Waldbrände und Schädlingsbefall, die zur Kahllegung führen, können diesen biogenen Speicher schädigen und Kohlenstoff in der Form von CO₂ wieder freisetzen.
Deshalb ist es so wichtig, anstelle des bisher praktizierten Anbauprinzips, dem sogenannten Holzackerbau, auf eine systemische Holzerzeugung zu setzen. Eine dazu entwickelte Methode ist die in der Praxis einiger deutscher Forstbetriebe bewährte Dauerwaldwirtschaft. Sie strebt auf ganzer Fläche eines Forstbetriebes ein natürliches Gefüge von Wäldern an, die nach Baumarten, Höhe, Stärke und Alter gemischt sind. Solche Wälder kennen die genannten Kalamitäten – im Gegensatz zu den hierzulande verbreiteten Altersklassenwäldern mit Monokulturen aus Fichten oder Kiefern – aufgrund ihrer Natur kaum. Dauerwälder sind widerstandsfähige Wirtschaftswälder zur dauerhaften Holzerzeugung, ohne das natürliche Waldgefüge durch schlagweise Nutzung zu zerstören.
Die akadischen Mischwälder in Atlantik-Kanada und die Buchenmischwälder am Rande des Südharzes bilden die Grundlage unserer Dauerwaldbewirtschaftung. Das kanadische Carbon-Projekt verbindet diesen Ansatz mit dem Nachweis zusätzlicher Klimawirkung im VCS-Verfahren.
Einer unserer resilienten akadischen Mischwälder in Atlantik–Kanada
Etwa 50 – 60% der Biomasse werden langfristig aus der Nutzung genommen. So können diese Bäume für viele weitere Jahre CO₂ aus der Atmosphäre ziehen und in Form von Kohlenstoff langfristig in ihrem Holz binden.
Die o.g. Schonbestände in unseren Mischwäldern können weiter wachsen, CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen und Kohlenstoff im Holz binden. Im kanadischen Carbon-Projekt soll nachgewiesen werden, welche Klimawirkung zusätzlich geleistet wird, also über das Maß hinaus, das die Wälder bei der regional üblichen Bewirtschaftungsweise ohnehin erzielen würden. Welche Menge daraus als CO₂-Gutschriften ausgegeben werden kann, wird im Verra-Verfahren geprüft. Stand 24. September 2026: Für das Verra-Projekt 4074 sind die Freigabe von Registrierung und Verifizierung beantragt; VCUs sind noch nicht ausgegeben. Die deutschen Wälder gehören nicht zu diesem kanadischen Registerprojekt; ihre CO₂-Bindung wird seinen VCUs nicht zusätzlich zugerechnet.
Märchenhafter Zypressen-Mischwald mit unserem Team in New Brunswick
Die geplanten dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikate werden nach dem Verra Verified Carbon Standard (VCS) aus Klimaschutzleistungen in kanadischen Wäldern generiert. Unternehmen können die VCUs nach einer weitgehenden Reduktion eigener Emissionen erwerben und zur Kompensation stilllegen. Die VCUs werden dabei getrennt von der betrieblichen Treibhausgasbilanz dokumentiert.
dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikate repräsentieren gleichermaßen auch die naturgemäße Waldbewirtschaftung vor unserer Haustür: in einem Buchenmischwald rund um Burg Hohnstein im Naturpark Südharz und in anderen deutschen Wäldern.
Mitarbeiter und Kunden Ihres Unternehmens können diesen wunderbaren Wald besuchen und Ihren Beitrag zum Klimaschutz hautnah erleben, während sie ihn durchwandern und seine wunderbar duftende Waldluft atmen. Und die bekannte Burg Hohnstein und ihre gemütliche Burggaststätte laden zum Verweilen ein. So wird der Klimaschutzbeitrag engagierter Unternehmen hier vor Ort eindrücklich erfahrbar.
In unserem Buchenmischwald im Naturpark Südharz. (Foto: Thomas Lochmüller)
dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikate stammen aus Waldbauprojekten in westlichen Industrieländern mit relativ hoher volkswirtschaftlicher, rechtlicher und politischer Stabilität. Wir setzen dabei auf langfristige Bewirtschaftungsregeln, fachliche Betreuung vor Ort und das Prüfverfahren nach dem VCS-Standard von Verra. So lässt sich unser Ansatz anhand konkreter Projektunterlagen nachvollziehen.
Die Bewirtschaftungsweise unserer Wälder nach der Dauerwald-Methode fördert nicht nur die CO₂-Bindung, sondern auch die anderen Ökosystemleistungen der Wälder, z.B. die Biodiversität von Flora und Fauna, die Filtrierung und Kühlung der Luft, das Lokalklima, die Regulierung des Wasser- und Nährstoffhaushalts, den Schutz von Lebensraum für Mensch und Tier etc.
Dauerwälder, die nach den Grundsätzen ihres Erfinders Prof. Möller bewirtschaftet werden, sind widerstandsfähig gegenüber Störfällen durch Waldbrand und andere Kalamitäten. GNF und OroVerde bewerten die Risikominderung unter den untersuchten Projektbedingungen positiv. Und die Bewirtschaftung zielt auf die Produktion von Wertholz: Wird dieses später in langlebigen Produkten verwendet, bleibt Kohlenstoff auch über die Lebensdauer der Bäume hinaus gebunden.
Die Zertifikate können aus rechtlichen Gründen nur an Gewerbetreibende abgegeben werden und sind nicht zum Handel vorgesehen.
Die Wälder der kanadischen citizen:forest:invest in Atlantik–Kanada und der bürger:wald:invest am südlichen Harzrand werden zu naturreichen Kulturökosystemen entwickelt, die weit mehr schützenswerte Funktionen haben, als nur Holz zu produzieren und CO₂ zu binden.
Feuersalamander im Buchenwald bei Hohnstein | Foto: Bastian Kleinwechter
Die nachhaltige Förderung der Vielfalt von Tier- und Pflanzenwelt (Biodiversität) erfolgt u. a. durch
Der Luchs ist in den Harz zurückgekehrt
Kahlschlag beim Nachbarn in New Brunswick – kein guter Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Berater Bode mit uralter Riesenkiefer in New Brunswick – alte Bäume haben im Dauerwald ihren festen Platz.
Nur durch eine selektive Holznutzung (Einzelbaumentnahme) anstelle von großflächigen Kahlschlägen bleiben die Waldökosysteme kontinuierlich erhalten. Nur indem die Früchte des Waldes schonend geerntet werden, ohne das Wesen des selbstregulierenden Waldsystems zu zerstören, können seine wesentlichen Funktionen geschützt werden:
Dauerwald-Strategie – Waldinnenräume voller Chlorophyll – Windruhe und wunderbarer Duft | Foto: Rainer Kant
Effektiv und kurzfristig kostengünstig – Harvester – höheres Risiko für Waldböden
Langsamer und langfristig preiswerter – Rückepferde – schonen den Waldboden
Großes, altes Moorauge in Kanada – ein riesiger CO2-Speicher. Wir schützen ihn großräumig
Die Zertifikate aus Dauerwald-Projekten werden in Wäldern generiert, die dem waldbaulichen Konzept der naturnahen Dauerwaldmethode folgen.
Die Dauerwaldidee ist ein sehr komplexes waldbauliches Konzept, das – über die vorstehend genannten Elemente hinaus – durch zahlreiche weitere konstitutive und operative Prinzipien gekennzeichnet ist, die hier nur angedeutet werden können.
Wesentlich erscheint der Gedanke, die Früchte des Waldes (gutes Holz) nicht im Kampf gegen die Natur heranzuziehen, sondern gemeinsam mit ihr: indem man ihre Prinzipien versteht, respektiert und für eigene Zwecke in Dienst stellt (sog. biologische Automation).
Das Mischwaldprinzip ist insofern besonders wichtig, als die unterschiedlichen Baumarten verschiedenartige Nährstoffkreisläufe haben, die einander ergänzen, statt miteinander zu konkurrieren. Das gilt auch für die Wasserversorgung, die bei Flachwurzlern in einer anderen Schicht des Waldbodens erfolgt als bei Baumarten mit tiefergehendem Wurzelwerk.
Wesentlich ist auch die differenzierte Altersstruktur der Wälder, die die Waldentwicklung als dauerhaftes Kontinuum von Raum und Zeit und die tiefe Vernetzung der zahllosen systemischen Elemente des Waldes unterstützt und so die Stetigkeit des Waldökosystems fördert.
Mancher geht durch den Wald
und sieht dort nichts als Brennholz
(Leo Tolstoi 1828–1910)
Mancher geht durch den Wald
und sieht dort nichts als Carbonspeicher (analog Leo Tolstoi im Jahr 2024)
Bäume sind für Vieles gut – Junger Schwarzbär bringt sich in Sicherheit | Foto: Hardee Neubert
Mischwald mit differenzierter Altersstruktur in Atlantik–Kanada
Auch die Bevorzugung der Naturverjüngung durch den Samenwurf von standortheimischen Mutterbäumen trägt dazu bei, dass Dauerwälder deutlich resilienter sind als die gepflanzten Monokulturen des forstindustriellen Ackerbaus. Bei der Naturverjüngung entsteht die nächste Baumgeneration nicht aus Wurzeln, die aus einer Baumschule verpflanzt wurden, sondern aus den Samen des Mutterbaumes, der sich viele Jahrzehnte an seine Standortbedingungen anpassen konnte. Und es setzen sich nur die besten Samen gegen ihre zahlreichen Konkurrenten durch. Zusammen mit einer vielfältigen Baumartenmischung kann dies die Entwicklung standortgerechter Wälder unterstützen.
Dauerwälder sind folglich biosystematisch strukturierte und hochdifferenzierte Ökosysteme, die sich durch eine weitgehende Selbstregulation und Selbstoptimierung auszeichnen. Sie sind am ehesten in der Lage, den Belastungen des Klimawandels zu widerstehen und zum Klima- und Naturschutz beizutragen, von den zahlreichen anderen Funktionen des Waldes ganz abgesehen.
Ein häufig vorgetragener Einwand gegen Carbon-Offsets aus Forstprojekten ist der, dass das im Holz gebundene Carbon nach absehbarer Zeit entweder durch Waldbrände bzw. andere Kalamitäten wie Windbruch, Käferbefall o. Ä. oder durch Erntemaßnahmen wieder freigesetzt werde. Die Dauerwaldmethode wirkt diesen Risiken durch die Förderung gemischter, strukturreicher Bestände und langfristige Bewirtschaftung entgegen. Denn zum einen sind Dauerwälder aufgrund ihrer waldbaulich systematisch geförderten Resilienz sehr viel seltener von Kalamitäten betroffen als herkömmlich beförsterte Wälder. Und zum anderen wird in Dauerwäldern ganz überwiegend Wertholz produziert, das lange Zeit im Waldverband wächst und auch nach der Ernte noch langfristig erhalten bleibt, indem es z. B. als Material für Bauten oder Vollholz-Möbel den Kohlenstoff über viele Jahre weiterhin bindet.
Wenn die Kritiker von unseriösen Waldprojekten zur Produktion von CO₂-Zertifikaten explizit darauf hinweisen, dass sie die Carbon-Kompensation durch Wald-Zertifikate grundsätzlich meiden und stattdessen ausschließlich auf Zertifikate setzen, die z. B. durch die Umstellung von Brennholzöfen auf Solarkocher auf der Südhalbkugel generiert werden, schütten sie das Kind mit dem Bade aus. Sie vergessen die lebenswichtigen Ökosystemleistungen der Wälder, zu denen auch die Produktion von Sauerstoff gehört, den alles Leben zum Atmen benötigt und den kein Solarkocher produzieren kann. Die Lösung liegt folglich nicht in einer Meidung von Wald-Projekten, sondern darin, die Bewirtschaftungsmethoden auch von Carbon-Waldprojekten so auszurichten, dass die Kohlenstoffspeicherung unter ökologisch sinnvollen Bedingungen langfristig gesichert wird. Genau das ist der Markenkern der Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikate.
Dauerwälder produzieren auf lange Sicht ausgesprochen wertvolles Holz. Auf Sicht von Generationen sind sie folglich auch ökonomisch sehr attraktiv, allerdings um den Preis des jahrzehntelangen Verzichts auf raschen Gewinn.
Um zu verhindern, dass künftige Generationen der Versuchung erliegen könnten, den hochwertigen Baumbestand durch Kahlschläge zu monetarisieren, soll der Schutz der Wälder, in denen dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikate produziert werden, seitens der Eigentümer langfristig gesichert werden. Bei den VCS-zertifizierten Waldflächen wird der langfristige Erhalt der Wälder in den Verträgen mit Verra rechtswirksam vereinbart.
Die Grundsätze der naturnahen Dauerwaldwirtschaft wurden im Gesellschaftsvertrag der Bürger Wald Invest GmbH & Co. KG rechtsverbindlich fixiert. Und es wurde dort auch festgeschrieben, dass eine Änderung dieser Grundsätze einer Mehrheit von mehr als 90% der Stimmen der Gesellschafterversammlung bedarf. Gut 10% der Gesellschaftsanteile werden aber von Stiftungen gehalten, die den Naturschutz als Satzungszweck haben und aufgrund ihres gemeinnützigen und auf Dauer angelegten Charakters an kurzfristigen Profiten nicht interessiert sind. Der Fachausschuss Ökologie der bürger:sinn:stiftung begleitet und kontrolliert die Umsetzung des ökologischen Konzepts.
Damit wird der langfristige Schutz der Wälder und ihres ökologischen Bewirtschaftungskonzepts institutionell abgesichert und einem Problem begegnet, das bisher häufig gegen Waldprojekte als Träger von CO₂-Projekten ins Feld geführt wurde: einer mangelnden rechtlichen Absicherung der langfristigen Carbonspeicherung. GNF und OroVerde heben die Verbindung aus vertraglichen Regeln und der Mitwirkung naturschutzorientierter Stiftungen in ihrer Fallstudie von 2023 positiv hervor.
Bei den privaten Waldbesitzern, die ihre Flächen für die Zertifikate zur Verfügung stellen, kann daraufgesetzt werden, dass die langfristige wirtschaftliche Überlegenheit der Bewirtschaftung mit der Dauerwaldmethode die Bevorzugung dieser Methode fördert, wenn die kostenintensive Überführungsphase erst einmal überwunden ist. Die Einnahmen aus den dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikaten werden dazu beitragen, dieses Ziel erreichen zu können.
Auf diese Weise finanziert der Erwerb der Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikate auch eine ganz neuartige Lösung, privates Kapital und gemeinnütziges Engagement zusammenzubringen: naturnahe Stiftungen begleiten und kontrollieren ein privat finanziertes Naturschutzprojekt. Private Kapitalgeber beweisen Verantwortung und lassen die Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit ihres Tuns durch die ökologische Fachaufsicht und die Sperrminorität von naturnahen Stiftungen evaluieren und kontrollieren.
Auch andere Waldbesitzer, die Carbonzertifikate unter der Marke Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikat anbieten wollen, sollen sich verbindlich an naturnahe Bewirtschaftungsgrundsätze binden. Unser Anforderungsprofil sieht dafür eine schriftliche Bindung für mindestens 30 Jahre sowie Regelungen zu Kontrolle und Sanktionen bei Verstößen vor.
Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikate – mehr als bloße CO₂-Kompensation
Aus deutschen Wäldern können die Waldbesitzer bisher nur sehr eingeschränkt CO₂-Zertifikate generieren, weil die deutsche Regierung die CO₂-Kompensation aller deutschen Wälder bereits als nationalen Beitrag zum Klimaschutz in Brüssel angemeldet hat – übrigens, ohne die deutschen Waldbesitzer zuvor gefragt zu haben.
Die Klima- und Naturschutzleistungen des deutschen Buchenmischwaldes, der sich rund um Burg Hohnstein am Rande des Nationalparks Südharz im Besitz der bürger:wald:invest befindet, und die Leistungen der anderen deutschen Wälder ergänzen die kanadischen VCS-VCUs als eigenständige deutsche Dauerwald-Komponente. Diese zusätzliche deutsche Waldleistung ist eine Zusatzleistung und nicht Bestandteil der Verra-Verifizierung der einzelnen VCU. Diese deutschen Waldflächen werden nach den gleichen schonenden Grundsätzen der Dauerwaldmethode bewirtschaftet wie die kanadischen Wälder, und zwar als Leuchtturmprojekte für die deutsche Forstwirtschaft.
Möglich ist das, und dies ist beim bürger:wald:invest ein Schlüsselgedanke des ökonomischen Konzepts, weil die kanadischen Waldflächen wesentlich rentabler bewirtschaftet werden können als die deutschen. Das liegt nicht nur daran, dass die kanadischen Waldflächen nur einen Bruchteil der deutschen kosten, sondern auch daran, dass private Waldbesitzer in Kanada im Rahmen entsprechender Zertifizierungsprogramme CO₂-Gutschriften generieren und weltweit verkaufen können.
Waldmeister-Buchenmischwald der Bürger-Wald-Invest KG bei Burg Hohnstein im Oktober 2022 | Foto: Silas Wolf
Aufgrund der besseren Wirtschaftlichkeit der waldbaulichen Aktivitäten in Kanada können die deutschen Flächen so bewirtschaftet werden, dass mit ihnen auch hierzulande die anspruchsvollen ökologischen Standards der Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikate eingehalten werden können.
Die Zertifikate weisen als Herkunftsland also ausschließlich Kanada aus und werden um eine eigenständige deutsche Dauerwald-Komponente ergänzt: Klima- und Naturschutz im deutschen Waldmeister-Buchenmischwald rund um die Burg Hohnstein. Diese zusätzliche deutsche Waldleistung ist eine BWI-Zusatzleistung und nicht Bestandteil der Verra-Verifizierung der einzelnen VCU.
Waldmeister-Buchenmischwald mit Bärlauchteppich im Naturpark Südharz im April 2022
Mit der geplanten Einführung von unseren CO₂-Zertifikaten aus Dauerwald-Projekten wird Neuland erschlossen, um eine effektive Kohlenstoffsenke von hoher ökologischer Bedeutung als Instrument im Kampf gegen den Klimawandel zu fördern. Es soll hier erstmals die Möglichkeit geben, CO₂-Zertifikate zu erwerben, die nach der ökologisch anspruchsvollen Dauerwaldmethode gewonnen werden und die Biodiversität systematisch fördern.
dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikate sind noch kein voll entwickelter etablierter Standard. Vielmehr repräsentieren sie ein waldbauliches Best-Practice-Projekt, das zwar bereits zahlreiche verbindliche Vorgaben enthält, aber auch der wissenschaftlichen Klärung offener Fragen verpflichtet bleibt.
Die Überprüfung, Weiterentwicklung, Validierung und Verifizierung der Qualitätskriterien bleiben ebenso wichtige wie anspruchsvolle Aufgaben für die kommenden Jahre. Interessierte sind zur Mitarbeit eingeladen.
Die Klärungsschritte und deren Ergebnisse werden veröffentlicht, sodass die Fortentwicklungen der Qualitätsmerkmale und deren jeweilige Begründungen nachvollzogen werden können.
VCS-Standard (Verified Carbon Standard): Die angebotenen Zertifikate werden in einem aufwendigen Prüfungsverfahren nach dem international anerkannten VCS-Standard von Verra zertifiziert(1).
Der Verified Carbon Standard ist ein international etabliertes Programm für CO₂-Gutschriften im freiwilligen Markt. Es stellt Anforderungen an Zusätzlichkeit, Berechnung, Überwachung und unabhängige Prüfung der Klimawirkung. Im Verfahren für unser Projekt 4074 ist TÜV NORD CERT als Prüfgesellschaft genannt. Die Ausgabe von VCUs setzt die erforderlichen Freigaben voraus. Die hier erläuterten zusätzlichen Merkmale der Dauerwaldwirtschaft sind nicht als Gesamtpaket von Verra bewertet.
Das Citizen:Forest-Projekt wendet die Methodik VM0034 Canadian Forest Carbon Offset Methodology an. Deren Version 2.0 ist seit April 2020 im VCS-Programm aktiv; die Methodik wurde ursprünglich vom Umweltministerium der Provinz British Columbia entwickelt. Die Validierung und Verifizierung richten sich nach den für das Projekt maßgeblichen Anforderungen des Verified Carbon Standard (VCS).
Bärlapp in einem unserer akadischen Mischwälder – Indikator für ein vitales Ökosystem
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(1) Verra hat die hier dargestellten besonderen Qualitätsmerkmale der Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikate nicht als Gesamtpaket evaluiert. Das kanadische Carbon-Projekt wird nach dem VCS-Standard unter Anwendung der Methodik VM0034 – Canadian Forest Carbon Offset Methodology geprüft.
Die Vergabe von Dauer-Wald-Projekt: CO₂-Zertifikaten wird durch ergänzende Maßnahmen flankiert, um die Ernsthaftigkeit des Engagements zugunsten von Klima und Natur sicherzustellen:
Wildlife in den kanadischen Wäldern – man fühlt sich offensichtlich wohl. | Foto: Hardee Neubert
Geplante Einnahmen aus dauer-wald-projekt: CO₂-Zertifikaten sollen Finanzmittel bereitstellen, damit Wälder in Atlantik-Kanada nach Dauerwaldgrundsätzen bewirtschaftet werden. Der Ansatz verbindet Kohlenstoffspeicherung mit der fortgesetzten wirtschaftlichen Nutzung eines bewirtschafteten Waldes. Gleichzeitig werden Wälder gefördert, deren Ökosysteme viel mehr leisten, als nur Kohlenstoff zu binden: Sie bieten Lebensräume und erfüllen wichtige Funktionen für Boden und Wasser. Stand 24. September 2026: Für das Verra-Projekt 4074 sind die Freigabe von Registrierung und Verifizierung beantragt; VCUs sind noch nicht ausgegeben. Unser Waldengagement rund um Burg Hohnstein in Deutschland ist ein gesonderter Projektbestandteil und gehört nicht zum kanadischen Verra-Projekt.
Die CO2-Bindung der deutschen Waldflächen wird nicht gemessen und von Verra nicht zertifiziert.
Was unsere Dauer-Wald-Projekte auszeichnet:
Das B.A.U.M.-Gutachten von 2021 und die GNF/OroVerde-Fallstudie von 2023 erläutern diese Grundlagen.
Das geplante Zertifikatsangebot richtet sich an Gewerbetreibende. Die Zertifikate sind nicht zum Handel vorgesehen. Lernen Sie unser Konzept kennen und sprechen Sie uns an.
Im Auftrag der
Citizen Forest Invest Inc. – Inc.-Nr. BC1270674. Directors: Hans-Christian Behrens, Maximilian Behrens, Registered Office Information: 614-1207 Douglas St. Victoria, BC V8W 2E7, Canada
Eine Tochtergesellschaft der
Bürger-Wald-Invest GmbH & Co. KG, Gartenstr. 35, 48147 Münster
Komplementärin: VA Behrens Ideen- und Verwaltungs-GmbH
Geschäftsführer: H.-Christian Behrens und Maximilian Behrens
Alle Rechte vorbehalten, unter anderem auch für Text und Data Mining (§ 44b UrhG und Artikel 4 der Richtlinie (EU) 2019/790 (DSM-Richtlinie))
© VA Behrens Ideen- und Verwaltungs-GmbH, Gartenstr. 35, 48147 Münster
Besitzer von Geldvermögen suchen nach überzeugenden Anlagemöglichkeiten. Wie können Investoren der Anfälligkeit der Finanzsysteme begegnen?
Ein mit Eigenkapital finanziertes Waldinvestment ist eine zeitgemäße Antwort auf diese Frage.
Das Konzept des bürger:wald:invest verbindet Wald und Grundbesitz zu einer langfristigen Sachwertkomponente, die ein Gesamtvermögen risikomindernd ergänzen kann.
Die wesentlichen wirtschaftlichen Vorteile in Schlaglichtern
Zwei zentrale konzeptionelle Stützpfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg
Zwei zentralen Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg von Waldinvestments trägt die Konzeption des bürger:wald:invest in außergewöhnlichem Maße Rechnung:
Hinreichende Liquiditätsreserve: Zum einen muss der Waldbesitzer über hinreichende Liquidität verfügen, um durch wirtschaftliche Not nicht zur Unzeit zur Holzernte gezwungen zu werden. Das Konzept sieht dafür wirtschaftliche Reserven für drei bis fünf Jahre ohne Einnahmen aus Holzernten vor. Das stärkt die Möglichkeit, Ernteentscheidungen am Wald und an den Marktbedingungen auszurichten.
Forstmanagement mit schützender und ruhiger Hand: Zum anderen muss man so gut wie möglich vermeiden, dass außerplanmäßige Holzernten aufgrund von Kalamitäten wie Trockenheit und Sturm notwendig werden. Denn dann müssen viele Waldbesitzer ihr Holz zu Markte tragen und der Angebotsüberhang setzt die Preise stark unter Druck. Deshalb hat bürger:wald:invest einen langfristigen Anlagehorizont.
Die Zeit ist reif
Die weltweite Nachfrage nach Holz befindet sich in einem langfristigen Wachstumstrend: Die global wachsende Bevölkerungszahl und zunehmende Verstädterung können die Nachfrage nach diesem Rohstoff erhöhen. Und auch die verschärften Klimaziele vieler Nationen führen in zahlreichen Industriezweigen zu einer Substitution von anderen Materialien durch den klimaschonenden Rohstoff Holz. Das gilt insbesondere für die Bauindustrie, aber z.B. auch für die Möbelindustrie und manch anderes Gewerbe. Ein ähnliches Bild zeigt sich übrigens bei den Preisbestimmungsfaktoren von CO2-Zertifikaten, deren Gewinnung in den kanadischen Wäldern ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld des bürger:wald:invest sein wird.
Das in Wäldern angelegte Kapital hat auch schwere Wirtschaftskrisen und Staatspleiten schon mehrfach überstanden, während die Besitzer von Geldvermögen und Forderungen große Teile ihres Kapitals verloren.
Wald – das grüne Gold
In wirtschaftlich turbulenten Zeiten kann ein Wald eine langfristige Sachwert- und Diversifikationskomponente eines Gesamtvermögens darstellen. Das Konzept des bürger:wald:invest setzt auf Eigenkapital und Liquiditätsreserven. Eine geringe Fremdfinanzierung kann Zins- und Tilgungsdruck begrenzen; die Sachwertbasis verbindet die Anlage mit Wald und Holz.
Ein Mehr an Sicherheit und Chance: Vermögensdiversifizierung
Da ein erheblicher Teil des Kapitals in kanadische Wälder investiert wird, dient diese Beteiligung auch der systematischen Diversifizierung der Kapitalanlage in andere Wirtschafts- und Währungsräume im Sinne einer sinnvollen Risikostreuung. Das rohstoffbasierte kanadische Wirtschaftssystem gilt als eines der sichersten der Welt. Und es korreliert nur begrenzt mit den Entwicklungen in den europäischen Finanzsystemen, die Anlass zur Sorge geben können. Der IWF (Internationale Währungsfonds) hat Kanadas Bankensystem in den vergangenen Jahren wiederholt als das weltweit stabilste ausgezeichnet.
Ein Mehr an Sicherheit und Chance: CO2-Zertifikate
Ausgewählte Waldflächen bzw. Baumbestände und einzelne Bäume werden holzwirtschaftlich nicht genutzt. Lebende Bäume können weiter wachsen und CO₂ in Form von Kohlenstoff im Holz binden. Im kanadischen Carbon-Projekt soll nachgewiesen werden, welche zusätzliche Klimawirkung gegenüber der regional üblichen Bewirtschaftung entsteht, um eine weitere Ertragsquelle zu erschließen. Stand 24. September 2026: Für das Verra-Projekt 4074 sind die Freigabe von Registrierung und Verifizierung beantragt; VCUs sind noch nicht ausgegeben.
Die Produktion von CO2-Zertifikaten harmoniert besonders gut mit der Bewirtschaftung von Wäldern nach der Dauerwaldmethode, da der langfristige Zuwachs des lebenden Holzvorrates in den Wäldern und der komplette Schutz von Teilflächen sowieso Merkmale dieser waldbaulichen Methode sind. Dementsprechend ergänzen und überlappen sich beide Nutzungsweisen, statt miteinander zu konkurrieren.
Klimaschutz schafft Aufmerksamkeit für die Qualität freiwilliger CO₂-Gutschriften. Wir setzen deshalb auf nachvollziehbare Projektgrundlagen und das VCS-Verfahren.
Wald als wirksames Mittel im Kampf gegen die Klimakrise
Eine wirksame Maßnahme gegen den Klimawandel besteht im Schutz und der naturnahen Weiterentwicklung von Waldflächen. Denn Wälder binden CO2 in großem Stil und wirken damit der Erderwärmung entgegen, wie eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien bestätigt (siehe zum Beispiel ETH Zürich Studie: Bastin JF, Finegold Y, Garcia C, Mollicone D, Rezende M, Routh D, Zohner CM, Crowther TW: The global tree restoration potential, Science, 5 July 2019).
Das liegt auch daran, dass Altersklassenwälder aus Fichten-Monokulturen sehr viel anfälliger sind als nach Baumarten und Alter gut strukturierte Dauerwälder. Denn als „grüne Wand“ von Bäumen gleicher Höhe bieten Altersklassenwälder dem Sturm eine Angriffsfläche, die er leicht umwerfen kann. Und in den Monokulturen mit flach wurzelnden Fichten konkurrieren alle Bäume in den oberen Schichten des Waldbodens um Nährstoffe und Wasser, weshalb ihnen Trockenperioden besonders rasch und heftig zusetzen, was die Windwurfanfälligkeit erhöht und außerdem beste Chancen für das Werk der Borkenkäfer eröffnet.
Gleichzeitig zeigen aber gut strukturierte Mischwälder, die schon länger unter Naturschutz stehen oder naturnah nach der Dauerwaldmethode bewirtschaftet werden, dass sie mit diesen Stressfaktoren besser fertig werden, also resilienter sind.
Ein resilienter, mehrstöckiger Mischwald
Kriterien eines überzeugenden Waldinvestments
Ein ökologisch nachhaltig wirksames und ökonomisch überzeugendes Waldinvestment- in welcher Form auch immer – sollte mindestens folgenden Kriterien genügen:
Die ökologischen Bewirtschaftungsmethoden eines Dauerwalds – zwei Beispiele
Mit Klasse statt Masse den Wald schonen
Forstflächen werden durch sogenannte Rückegassen erschlossen, in die Erntemaschinen hineinfahren können. Bei einem Abstand von 20 Metern und vier Metern Gassenbreite entfallen rechnerisch rund 20 % der Fläche auf das Gassennetz. Die Befahrung kann den Waldboden über viele Jahre verdichten. Größere Gassenabstände und passende Einsatzbedingungen sind deshalb wichtige Ansatzpunkte für den Bodenschutz.
Bürger:wald:invest erntet hochwertige, einzelne Bäume, die über viele Jahrzehnte gewachsen sind. Für Einschlag und Rücken kommen je nach Einsatzbedingungen Motorsägen, mechanische Kleinraupen, Seilwinden oder Rückepferde und in Kanada auch Erntemaschinen zum Einsatz. Angepasste Einsatzverfahren sollen den Waldboden bestmöglich schützen.
Ein Wald ist mehr als die Summe einzelner Bäume.
Er ist ein sehr komplexes Ökosystem, zu dem unter anderem Tiere, Pilze und Mikroorganismen gehören, die unter günstigen Bedingungen im Gleichgewicht miteinander stehen. Das bedeutet, dass man nicht „einfach Bäume pflanzen“ und ein Gelände aufforsten kann, sondern auch hier mit viel Umsicht handeln muss. Gefragt sind also naturnahe Aufforstungsstrategien, wie sie mit der Dauerwaldmethode auch in einigen Forstbetrieben in Deutschland angewendet werden.
Deshalb setzt bürger:wald:invest wo immer möglich auf die Naturverjüngung der Wälder und gibt ihnen so den Raum, sich zu ursprünglicher Stärke zurückzuentwickeln.
Nach dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 wurde eine Fläche von knapp 4ha bei Schanze im Hochsauerland sich selbst überlassen. Ohne jedes menschliche Zutun hat die Natur nach 14 Jahren einen gut strukturierten Mischwald geschaffen.
Erfahrene Geschäftsführung – Interessengleichklang mit den Investoren
Die Geschäftsführung der VA Behrens Gruppe kann auf über 40 Jahre erfolgreiche Tätigkeit als Finanzdienstleister zurückblicken. Seit mehr als 20 Jahren ist sie für die Konzeptionierung, Entwicklung und geschäftsführende Verwaltung eines Immobilienfonds in Deutschland verantwortlich. Seit 9 Jahren leitet sie erfolgreich zwei deutsch-kanadische Private Equity Projekte, für deren Konzeptionierung, Entwicklung und geschäftsführende Verwaltung sie vollumfänglich verantwortlich ist.
Ausgewiesene forstfachliche Expertise
Die forstfachliche Qualität des Projekts wird durch zwei ausgewiesene Experten sichergestellt.
Der Lt. Ministerialrat a.D., Dipl. Forstwirt Wilhelm Bode, ehemaliger Leiter einer Landesforstbehörde sowie langjähriger Sprecher des NABU stellt mit seiner jahrelangen Erfahrung aus Theorie und Praxis sicher, dass das Dauerwaldkonzept die ökologischen, aber auch ökonomischen Interessen des Projekts bestmöglich vereint. Bode hat in den vergangenen Jahrzehnten das Dauerwaldkonzept in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten und forstpraktischen Begleitungen weiterentwickelt und steht als Berater dafür ein, dass der bürger:wald:invest als konsequente Umsetzung des Dauerwaldgedankens entwickelt wird.
In Kanada wurde das Projekt bis zum 4. Quartal 2025 durch den erfahrenen Forstmanager und Zertifikate-Entwickler RainCloud Forests geleitet. Seit Ende 2025 liegt die forstliche Betreuung in den Händen des renommierten Forstdienstleisters Acfor, der sich die Rückführung der forstindustriellen Monokulturen in die Ursprungsform der akadischen Waldgesellschaften (Acadian Forest) als Leitbild seiner Firmenphilosophie gewählt hat. Die weitere Betreuung des Carbonprojekts liegt nunmehr bei der renommierten und erfahrenen Münchener Firma „Unique“.
Kontrolle durch renommierte Stiftung
Die Einhaltung der ökologischen Ansprüche wird durch den Fachausschuss Ökologie der bürger:sinn:stiftung sichergestellt. Die Stiftung wurde 2004 gegründet und hat ihre Stiftungsziele seitdem in einer Vielzahl ambitionierter Projekte entfaltet. Sie und eine andere im Umwelt- und Naturschutz engagierte Stiftung sind an dem Projekt beteiligt. Sie haben in der Gesellschafterversammlung eine Sperrminorität, um Änderungen der dem Projekt zugrunde liegenden ökologischen Grundsätze ohne ihre Zustimmung zu verhindern. Der mit Experten besetzte Fachausschuss Ökologie der Stiftung wird dabei kontrollieren, dass das Dauerwaldkonzept auch im laufenden Betrieb adäquat umgesetzt wird.
Wilhelm Bode: Wald Endzeit, KJM Verlag
„1818 malt Caspar David Friedrich den »Wanderer über dem Nebelmeer«. Wilhelm Bode erlaubt sich mit WALDENDZEIT einen überraschenden Zwischenruf – hat das Bild wirklich eine romantische Aussage? Bode vermutet Fundamentaleres, und sucht in Malerei und Dichtung aus über 300 Jahren nach weiteren Spuren unseres Bildes vom Wald. Seine Frage ist: Zeigt sich bereits im »Wanderer« ein kritischer Blick auf eine Forstwirtschaft, die uns aktuell in große Probleme führt?“ (Mitteilung des Verlages)
Das Buch ist nicht nur kunsthistorisch hochinteressant. Es enthält auch kompakte und zugleich sehr gehaltvolle Darstellungen zum Buchenwald und zum Dauerwaldkonzept, die für das Verständnis der Probleme unserer Wälder und des Konzepts des Bürger-Wald-Invest sehr hilfreich sind.
Die Dauerwaldidee
Möller, Alfred, Die Dauerwaldidee – Kommentiert und herausgegeben von Wilhelm Bode – Erschienen: im Verlag Matthes & Seitz, Berlin, ISBN: 978-3-95757-963-8
Der Holzweg – Wald im Widerstreit der Interessen
Hans D. Knapp, Siegfried Klaus, Lutz Fähser (Hrsg.), 2021 oekom Verlag München, ISBN 978-3-96238-266-7
Tannen
Wilhelm Bode, Judith Schalansky (Hg.), Ein Portrait, Reihe: Naturkunden Bd. 67 – Erschienen: im Verlag Matthes & Seitz, Berlin, ISBN: 978-3-95757-948-5
B.A.U.M. Insights:
Artikel „Grüner Wald als Schutz für Klima und Vermögen“
Unternehmensengagement für Wald- und Klimaschutz inkl. Artikel zum bürger:wald:invest.
Wie baut man einen Dauerwald
Bode, Wilhelm, Wie baut man einen Dauerwald – ein Kurzleitfaden für alle, die ihren Forst in einen Dauerwald überführen wollen – Erschienen: im Verlag Natur & Text, ISBN: 978-3-942062-54-1
Forstrecht ökologisch ausrichten
Schluss mit der gesetzlichen Nachhaltigkeitslüge. Ein forstpolitischer Essay von Wilhelm Bode.
Für die Aussagen in den nachfolgend aufgeführten Quellen zeichnen allein die Autoren verantwortlich. Wir teilen durchaus nicht jede Aussage, die dort getroffen wird.
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