Als Pilotprojekt verfolgt bürger:wald:invest auch das Ziel, die Verbreitung der Dauerwaldmethode bestmöglich und wissenschaftlich fundiert an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Zum jetzigen Zeitpunkt erlaubt die Infrastruktur in New Brunswick noch nicht die motormanuelle Ernte nach Handauszeichnung, sodass auf Erntemaschinen zurückgegriffen werden muss. Im Winter minimiert der tiefe Frost das Risiko von Bodenverwundungen. Doch nicht alle Flächen können im Winter erreicht oder wirtschaftlich tragbar bearbeitet werden, da die Straßen von hohem Schnee bedeckt sind und im ländlichen Raum nicht geräumt werden. Um das Risiko bleibender Bodenverwundungen bei Sommerernten zu untersuchen, wurde die University of New Brunswick unter Leitung von Professor Arp mit einer unabhängigen Fallstudie beauftragt.
Untersucht wurde eine 38,7 Hektar große Waldfläche bei Boisetown in New Brunswick, die im Oktober 2025 im Cut-to-Length-Verfahren unter Leitung unseres Forstmanagers ACFOR beerntet wurde. Dabei werden die Bäume direkt im Wald gefällt, entastet und in transportfähige Stücke zerschnitten. Anschließend werden sie über festgelegte Rückegassen abtransportiert. Dieses Verfahren gilt als bodenschonend, da die Arbeiten ausschließlich auf bestimmten Fahrspuren stattfinden.
Für die Studie wurden Bodenproben sowohl vor als auch nach der Ernte entnommen und miteinander verglichen.

ACFOR Fläche: Grundstücksgrenze (Gelbe Linien), Holzrückgasse (Dicke weiße Linien), Rote Punkte (Probenentnahme vor der Ernte), Grüne Punkte (Probenentnahme nach der Ernte)
Ziel war es, besser zu verstehen, wo und zu welchem Zeitpunkt Waldböden mit Forstmaschinen risikominimierend befahrbar sind und unter welchen Bedingungen das Risiko für Bodenschäden steigt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Möglichkeit einer bodenschonenden Sommerernte zu eruieren und forstliche Arbeiten gezielt an die Witterungsbedingungen anzupassen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Standort insgesamt günstige Voraussetzungen hatte: Der Boden war überwiegend sandig, gut entwässert und reich an Grobfragmenten. Zudem war er zum Zeitpunkt der Ernte trocken. Dadurch blieb das Einsinken der Maschinen in den Mineralboden meist gering.

Aufschlussreich sind insbesonders die Grafiken zur Eindringtiefe der Reifen. Auf Grundlage von Wetterdaten zu Niederschlag, mittleren Tageslufttemperaturen, der vor Ort ermittelten Bodenverhältnisse sowie des variierenden Grobfragmentanteils im Boden modellierte die Forschungsgruppe über vier Jahre die Eindringtiefe der Forstmaschinen.
Das Modell zeigt, dass die Eindring- Tiefe vor allem vom Aufbau und Feuchtigkeitszustand des Bodens abhängt. Im Winter ist der Boden durch Frost so stabil, dass praktisch keine Eindringung stattfindet. Kritischer wird es in Phasen, in denen der Boden auftaut und durch Schmelzwasser stark durchfeuchtet ist. Dann ist die Gefahr von Bodenschäden am größten. In den trockeneren Sommer- und Herbstmonaten ist das Risiko dagegen deutlich geringer, da der Boden in dieser Zeit tragfähiger und weniger anfällig ist.

Die Grafik zeigt auf der y-Achse links die modellierte Eindringtiefe der Reifen in Millimetern. Die Farben stehen für Böden mit unterschiedlichem Grobfragmentanteil: Blau = 20 %, Orange = 40 %, Lila = 60 %. Auf der x-Achse unten sind die Tage über den Zeitraum 2022 bis 2025 dargestellt.





